Gold weiter gefragt – Silber erklimmt neuen Höchststand

Von Heinz Gerhard Schwind
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Edelmetallmärkte reagieren mit deutlichen Preisanstiegen

Der Handel an den Rohstoffbörsen zeigte sich am Freitag ausgesprochen bewegt. Der Preis für Gold kletterte erneut spürbar und erreichte mit 4.200 US-Dollar je Feinunze den höchsten Stand seit Mitte November. Parallel dazu setzte Silber seine dynamische Aufwärtsbewegung fort und notierte mit 55,18 US-Dollar auf einem neuen Rekordniveau. Händler verwiesen auf eine Mischung aus technischen Marktverwerfungen, geldpolitischen Erwartungen und geopolitischen Unsicherheiten, die das Interesse an sicheren Anlagen verstärkten.

Technische Störung löst heftige Marktausschläge aus

Eine mehrstündige Betriebsunterbrechung an der Terminbörse CME in Chicago führte zwischenzeitlich zu ungewöhnlich starken Preisschwankungen. Der Ausfall betraf den Handel mit Futures und Optionen, insbesondere an der Comex, die häufig für den Risikoschutz gegenüber den Referenzpreisen in London genutzt wird. Erst nach umfangreichen Wiederanlaufmaßnahmen normalisierte sich der Futures-Handel wieder. Marktteilnehmer beschrieben die Episode als Warnsignal dafür, wie eng die globale Handelsstruktur verzahnt ist und wie schnell technische Probleme auf verschiedene Märkte übergreifen können.

Hoffnung auf Zinssenkungen stützt den Goldmarkt

Die jüngsten Kursgewinne bei beiden Edelmetallen werden auch durch veränderte Erwartungen an die US-Notenbank geprägt. Viele Investoren rechnen nun fest damit, dass die Federal Reserve ihre Leitzinsen weiter reduzieren wird. Die wirtschaftliche Unsicherheit in den USA, verstärkt durch den anhaltenden Regierungs-Shutdown, verzögert zudem die Veröffentlichung zentraler Konjunkturdaten. Diese Informationslücke erhöht die Nervosität an den Finanzmärkten und stärkt traditionell die Nachfrage nach Gold, das in Phasen verstärkter Unsicherheit als stabilisierender Wert gilt.

Gold setzt seine Erholung nach Rückschlag im Oktober fort

Nachdem Gold am 20. Oktober ein Rekordhoch von 4.381,52 US-Dollar markiert hatte, kam es Ende des Monats zu einer deutlichen Korrektur. Inzwischen hat das Edelmetall jedoch einen Großteil dieser Verluste wieder aufgeholt und seine Erholung fortgesetzt. Seit Ende 2024 hat sich der Goldpreis um rund 60 Prozent verteuert – ein außergewöhnlicher Betrag, der die starke Rolle des Edelmetalls im aktuellen Marktumfeld widerspiegelt. Silber konnte seine Dynamik sogar noch ausbauen und gehört aktuell zu den besten Performern im Rohstoffsektor.

Geopolitische Lage verstärkt Flucht in sichere Häfen

Ein zusätzlicher Impuls für die Edelmetallmärkte kommt aus der internationalen Politik. Die intensiven Verhandlungen rund um ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs beeinflussen die Risikoeinschätzung der Anleger. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte Gespräche auf höchster Ebene an und deutete an, dass er möglicherweise erneut auf US-Präsident Donald Trump treffen könnte. Solange der Ausgang dieser diplomatischen Bemühungen unsicher bleibt, gewinnt Gold weiter an Attraktivität. Die geopolitischen Risiken wirken wie ein Preistreiber, der Risikoanlagen dämpft und sichere Werte stärkt.

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