USA verstärken Militärpräsenz und erhöhen Druck auf Iran

Von Heinz Gerhard Schwind
USA verstärken Militärpräsenz und erhöhen Druck auf Iran

Die militärische Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu. Die Vereinigten Staaten haben ihre Streitkräfte in der Region deutlich aufgestockt und schaffen damit eine Ausgangslage, die auf eine mögliche militärische Konfrontation mit dem Iran hindeutet. Immer mehr Schiffe, Flugzeuge und Truppen treffen ein. Beobachter sprechen von einem systematischen Aufmarsch, der über eine reine Abschreckung hinausgeht.

Amerikanische Seestreitkräfte rücken näher an Iran heran

Im Zentrum der aktuellen Entwicklungen steht der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Der Verband hat die Gewässer nahe der iranischen Küste erreicht und wird von weiteren Kriegsschiffen begleitet. Zusätzlich befinden sich mehrere US-Zerstörer und Einheiten niedrigerer Klassen in der Region, sowohl im Persischen Golf als auch in angrenzenden Seegebieten.

US-Präsident Donald Trump erklärte zuletzt, die vor dem Iran zusammengezogene Flotte sei größer als der frühere Aufmarsch vor Venezuela. Militäranalysten bewerten diese Aussage als zurückhaltend, da Umfang und Zusammensetzung der Kräfte inzwischen deutlich darüber hinausgehen.

Luftwaffe und Logistik werden massiv ausgebaut

Parallel zur Marine verstärken die USA ihre Luftstreitkräfte. Auf Stützpunkten im Nahen Osten landen zunehmend Kampfjets, Tankflugzeuge und schwere Transportmaschinen. Besonders auffällig ist der intensive Einsatz von C-17-Transportflugzeugen, die große Mengen an Ausrüstung und Munition befördern.

Viele dieser Maschinen flogen über Ramstein und Spangdahlem in Deutschland weiter Richtung Saudi-Arabien und Kuwait. Die hohe Frequenz dieser Flüge deutet auf eine umfassende logistische Vorbereitung hin, die für einen längeren oder intensiveren Einsatz erforderlich wäre.

Kurzzeitige Verzögerung durch Wetterbedingungen

Ein unmittelbar bevorstehender Angriff wurde in der vergangenen Woche offenbar verzögert. Ursache waren schlechte Wetterverhältnisse an der US-Ostküste. Schnee und Eis führten dazu, dass mehrere militärische Flüge nicht planmäßig starten konnten. Inzwischen sind diese Einschränkungen aufgehoben, und die Truppenbewegungen wurden wieder aufgenommen.

Offene Daten liefern klares Lagebild

Die Verlegungen der US-Streitkräfte lassen sich ungewöhnlich gut nachvollziehen. Über öffentlich zugängliche Flugradardaten erkennen Experten eine Vielzahl von Militärflügen über Spanien und Mitteleuropa. Besonders häufig starteten Maschinen vom Robert Gray Army Airfield, dem früheren Fort Hood.

Da dort ein US-Luftverteidigungsregiment stationiert ist, gehen Fachleute davon aus, dass Teile des Raketenabwehrsystems THAAD in den Nahen Osten verlegt werden. Dieses System ist speziell zur Abwehr ballistischer Raketen ausgelegt.

Schutz vor möglichen iranischen Vergeltungsschlägen

Die Stationierung zusätzlicher Flugabwehr deutet darauf hin, dass Washington mit Gegenangriffen rechnet. Der Iran verfügt nach westlichen Einschätzungen weiterhin über mehrere tausend Raketen, die gegen US-Stützpunkte oder gegen Israel eingesetzt werden könnten. Eine verstärkte Verteidigung der eigenen Kräfte gilt daher als zwingend notwendig.

Gleichzeitig wurden weitere F-35-Kampfjets in Richtung Einsatzgebiet verlegt. Diese Maschinen waren zuvor Anfang Januar noch in der Nähe von Venezuela eingesetzt worden und machten auf den Azoren Zwischenstation.

Spezialflugzeug als Hinweis auf besondere Szenarien

Ein weiteres Detail sorgte für Aufmerksamkeit. Am 28. Januar verlegten die USA mindestens ein Flugzeug vom Typ WC-135R Constant Phoenix in die Region. Diese Spezialmaschine sammelt Luftproben und dient dem Nachweis nuklearer Explosionen. Ihr Einsatz wird üblicherweise nur bei besonders sensiblen Lagen in Betracht gezogen.

Trumps Warnungen und schwere Vorwürfe gegen Teheran

Politisch hatte Donald Trump zuvor klare Grenzen gezogen. Er drohte dem iranischen Regime mit Konsequenzen, sollte es zu Hinrichtungen von Demonstranten kommen. Berichte internationaler Medien legen nahe, dass diese Warnung ignoriert wurde. Das Magazin Time berichtete, dass Anfang Januar innerhalb weniger Tage bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein könnten. Zudem schwebe über zahlreichen Inhaftierten weiterhin die Todesstrafe.

Diese Meldungen verstärkten den Druck auf die US-Regierung, zu reagieren.

Bodenoffensive gilt als unwahrscheinlich

Trotz des massiven Aufmarschs erscheint ein umfassender Krieg mit Bodentruppen wenig wahrscheinlich. Ein solcher Einsatz würde den Einsatz von Hunderttausenden Soldaten erfordern. Zum Vergleich: Im Irakkrieg ab 2003 waren zeitweise bis zu 270.000 US-Soldaten im Einsatz. Der Iran ist flächenmäßig größer und zählt rund 90 Millionen Einwohner.

Trump hatte mehrfach betont, langwierige Bodenkriege vermeiden zu wollen, um sein Versprechen an die Wähler einzuhalten.

Luftschläge gegen Atom- und Raketenanlagen im Fokus

Wahrscheinlicher ist ein begrenzter Angriff aus der Luft. Ziel könnten vor allem das iranische Atomprogramm und Anlagen zur Raketenproduktion sein. Irans Präsident Masoud Pezeshkian kündigte im November an, beschädigte Atomanlagen wiederherzustellen. Nach Einschätzung US-amerikanischer Geheimdienste werden diese Einrichtungen inzwischen tiefer unter der Erde angelegt, um sie vor Angriffen zu schützen.

Die iranische Luftabwehr gilt als vergleichsweise schwach, was aus Sicht Washingtons gezielte Angriffe erleichtern könnte.

Gefahr einer unkontrollierten Eskalation

Sollten US-Streitkräfte den Iran angreifen, wäre die weitere Entwicklung kaum vorhersehbar. Gegenschläge der Revolutionsgarden oder der regulären iranischen Armee auf amerikanische Stützpunkte oder Verbündete könnten eine längere Eskalation auslösen. Die militärischen Voraussetzungen sind geschaffen. Entscheidend wird sein, wie das Regime in Teheran auf einen möglichen Angriff reagiert.

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