Gold steigt nach US-Zollstreit auf Wochenhoch

Von Heinz Gerhard Schwind
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Supreme-Court-Urteil löst neue Flucht in Sicherheit aus

Die Auseinandersetzung um die US-Zollpolitik sorgt erneut für Unruhe an den Märkten und treibt den Goldpreis nach oben. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, der die weitreichenden Zölle von US-Präsident Donald Trump am Freitag kassierte, suchen viele Anleger verstärkt nach stabilen Anlagehäfen. Eine Feinunze Gold verteuert sich zeitweise um bis zu 1,4 Prozent auf 5.176 US-Dollar – der höchste Stand seit rund drei Wochen.

Die Richter hatten die Zölle für unrechtmäßig erklärt, weil Trump sie auf Basis eines Notstandsgesetzes durchgesetzt hatte. Unmittelbar danach kündigte der Präsident an, Importabgaben künftig über eine andere rechtliche Grundlage zu verankern. Zunächst stellte er einen globalen Zoll von 10 Prozent in Aussicht, den er am Wochenende auf 15 Prozent anhob. Für Investoren ist damit vor allem eines wieder präsent: Die handelspolitische Linie der USA bleibt schwer vorhersehbar.

Marktteilnehmer reagieren mit Risikoabbau und Goldkäufen

Händler und Analysten berichten, dass die Nachfrage nach physischem Gold und goldnahen Anlagen spürbar zulegt. Der Grund ist weniger ein einzelnes Ereignis als die Kombination aus juristischer Unsicherheit, politischen Ankündigungen im Stundentakt und einem geopolitisch angespannten Umfeld.

Analysten sehen darin einen klassischen Reflex: Wenn die Planbarkeit sinkt, steigt die Attraktivität von Vermögenswerten, die als wertbeständig gelten. Gold profitiert in solchen Phasen häufig, weil es unabhängig von einzelnen Staaten oder Unternehmen bewertet wird und als Schutz vor politischen Schocks gilt.

Tim Waterer vom Handelshaus KCM Trade ordnete die Lage so ein und sagte wörtlich:
„Ob der Goldpreis in naher Zukunft wieder über 5.400 Dollar steigen kann, könnte davon abhängen, wie lange die Unsicherheit bezüglich der Zölle anhält und ob die USA militärische Maßnahmen gegen den Iran ergreifen.“

Damit rückt neben der Handelspolitik auch die Frage in den Fokus, ob zusätzliche geopolitische Eskalationen die Risikoprämien an den Märkten weiter nach oben treiben.

Trump spricht von „mehr Macht“ trotz gerichtlicher Schlappe

Trump selbst stellt die Entscheidung des Supreme Court als Vorteil dar. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte der 79-Jährige, das Urteil habe ihm unbeabsichtigt „weitaus mehr Macht und Stärke“ verschafft. Zudem schrieb er, Abgaben könnten künftig „auf viel mächtigere und unangenehmere Weise“ eingesetzt werden.

Der Präsident deutete außerdem an, er könne Lizenzen nutzen, um „absolut schreckliche Dinge“ mit anderen Ländern zu tun – ohne zu erläutern, welche Lizenzen oder Mechanismen er damit konkret meint. Solche Aussagen verstärken die Unsicherheit, weil sie neue politische Schritte ankündigen, ohne deren Umfang oder Timing klar zu machen.

Worauf Anleger jetzt beim Goldpreis achten

Für die kurzfristige Entwicklung des Goldpreises sehen Beobachter vor allem zwei Faktoren als entscheidend: Erstens, wie lange der Schwebezustand rund um neue Zölle anhält und ob es zu weiteren schnellen Anpassungen kommt. Zweitens, ob geopolitische Spannungen – insbesondere im Verhältnis zu Iran – zusätzliche Risikoimpulse setzen.

Bleibt die Lage unübersichtlich, könnte Gold weiter Rückenwind erhalten. Kommt es hingegen zu klareren rechtlichen Leitplanken oder politischen Signalen, die auf Deeskalation hindeuten, wären auch Rücksetzer denkbar. Der aktuelle Anstieg zeigt jedoch: In einem Umfeld, das von politischen und juristischen Überraschungen geprägt ist, bleibt Gold für viele Investoren ein zentraler Sicherheitsanker.

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