DAX, Märkte unter Druck nach schwachen Firmenzahlen

Von Heinz Gerhard Schwind
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Der deutsche Leitindex hat einen spürbaren Rückschlag erlitten. Belastende Unternehmensberichte und eine vorsichtigere Einschätzung der konjunkturellen Perspektiven drückten die Kurse deutlich. Der Dax gab um 2,1 Prozent nach und verlor damit mehr als 500 Punkte, womit er den Handel bei 24.309 Punkten beendete. Vor allem große Einzeltitel sorgten für Abgabedruck, während sich Anleger angesichts zusätzlicher geopolitischer Risiken zurückhielten.

Europaweit verhaltene Börsenstimmung

Auch an den übrigen europäischen Handelsplätzen überwog Zurückhaltung. Der EuroStoxx50 sank um 0,6 Prozent auf 5.898 Zähler. Marktbeobachter sprachen von einer ernüchterten Stimmung nach zuvor hohen Erwartungen an die laufende Berichtssaison. Viele Investoren reduzierten Risiken, nachdem mehrere Schwergewichte ihre Prognosen nicht bestätigen konnten.

Technologiewerte verlieren deutlich an Boden

Besonders stark traf es den Technologiesektor. Der TecDax büßte 3,8 Prozent ein und gehörte damit zu den schwächsten Indizes des Tages. Negative Impulse kamen aus den USA, wo enttäuschende Geschäftszahlen von Microsoft die Kurse belasteten. Anleger reagierten empfindlich auf Signale einer verlangsamten Dynamik bei IT- und Softwarekonzernen, die in den vergangenen Monaten noch als Wachstumsmotor galten.

SAP enttäuscht mit vorsichtiger Cloud-Prognose

Im Mittelpunkt des Interesses stand SAP. Die Aktie des größten europäischen Softwareanbieters brach um 16,1 Prozent ein. Das Unternehmen stellte für das laufende Jahr eine erneute Abschwächung beim Wachstum der Cloud-Auftragseingänge in Aussicht. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr belief sich das Volumen neu abgeschlossener Cloud-Verträge auf 21 Milliarden Euro und lag damit unter den Markterwartungen. Diese Aussicht verunsicherte Anleger nachhaltig und führte zu kräftigen Verkäufen.

Deutsche Bank trotz besserer Zahlen schwächer

Auch die Deutsche Bank musste Kursverluste hinnehmen. Die Aktie gab im Dax um 1,3 Prozent nach, obwohl das Institut einen deutlichen Gewinnanstieg sowie eine höhere Dividende ausgewiesen hatte. Ein Händler erklärte, nach den positiven Meldungen fehlten „zunächst neue Impulse“. Zudem sorgten neue Geldwäsche-Ermittlungen für Zurückhaltung und überschatteten die Bilanzvorlage.

Ölpreise reagieren auf wachsende Spannungen

Abseits der Aktienmärkte richtete sich der Blick auf den Ölmarkt. Dort wurden zunehmende geopolitische Risiken neu bewertet, insbesondere vor dem Hintergrund möglicher US-Maßnahmen gegen den Iran. Jorge Leon von Rystad Energy schrieb: „Die Geschwindigkeit der Ölpreisreaktion deutet darauf hin, dass die Märkte eine US-Militäraktion gegen den Iran als reales, kurzfristiges Risiko ansehen.

Er ergänzte, der innenpolitische Druck auf die iranische Führung habe nach dem harten Vorgehen gegen Proteste zuletzt abgenommen, während sich der Druck aus Washington mit den jüngsten Warnungen von Präsident Donald Trump verschärft habe. „Die Märkte scheinen diese Äußerungen ernst zu nehmen“, so Leon.

Anleger bleiben vorsichtig positioniert

Die Kombination aus schwachen Firmenzahlen, deutlichen Verlusten bei Schwergewichten und geopolitischer Unsicherheit prägte den Handel. Viele Marktteilnehmer hielten sich mit neuen Engagements zurück und setzten auf Absicherung. Kurzfristig dürfte die Nervosität hoch bleiben, da weitere Unternehmensberichte und politische Signale die Richtung vorgeben.

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