Nobelpreis-Geste für Trump sorgt in Washington für Wirbel

Von Heinz Gerhard Schwind
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Ungewöhnliche Übergabe im Machtzentrum der USA

Bei einem Treffen im Weißen Haus kam es zu einer symbolträchtigen Szene: Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado überreichte Donald Trump ihre Friedensnobelpreis-Medaille. Nach dem Gespräch trat Machado vor Unterstützer und erklärte, sie habe dem US-Präsidenten die Medaille aus 18 Karat Gold übergeben. Urkunde und Preisgeld von rund einer Million Euro behielt sie.

Bild aus dem Oval Office befeuert Debatte

Kurz darauf veröffentlichte das Weiße Haus ein Foto aus dem Oval Office: Trump steht neben Machado und hält einen goldfarben gerahmten Einsatz mit der Medaille in der Hand. Die Veröffentlichung fiel in eine Phase, in der Trump erneut scharf gegen das Nobelpreiskomitee und Norwegen austeilte. Er erklärte öffentlich, er habe „acht und ein Viertel“ Kriege beendet und hätte dafür jeweils einen Friedensnobelpreis erhalten müssen.

Motiv der Oppositionspolitikerin

Machado begründete ihre Geste mit Anerkennung. Es sei ein Zeichen des Dankes für Trumps „einzigartiges Engagement für unsere Freiheit“. Politische Beobachter deuten den Schritt jedoch auch taktisch: Demnach könnte Machado versuchen, ihre Position gegenüber Washington zu stärken. Der Preis war ihr im Vorjahr für „den Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes“ verliehen worden; bereits damals hatte sie ihn Trump gewidmet.

Kühle Einordnung aus dem Präsidentenamt

Trotz der Aufmerksamkeit bleibt die Haltung des Weißen Hauses nüchtern. Sprecherin Karoline Leavitt stellte klar, Trump halte Machado weiterhin nicht für eine geeignete Nachfolgerin des entmachteten venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro. Diese Einschätzung beruhe auf Berichten seiner Berater und des nationalen Sicherheitsteams. Zum Treffen sagte Leavitt: „Ich glaube nicht, dass er etwas von Frau Machado hören muss.“ Der Präsident habe das Gespräch angenommen, um offen über die Lage in Venezuela zu sprechen.

Trump dankt öffentlich

Einige Stunden nach dem Termin meldete sich Trump über Truth Social. Er schrieb: „Es war mir eine große Ehre, heute María Corina Machado aus Venezuela zu treffen. Sie ist eine wundervolle Frau, die so viel durchgemacht hat. María überreichte mir ihren Friedensnobelpreis für meine Arbeit. Welch wunderbare Geste gegenseitigen Respekts! Vielen Dank, María!

Rechtliche Grenzen des Symbols

So eindrucksvoll die Übergabe wirkt, sie bleibt ohne formale Wirkung. Das Nobelinstitut in Oslo hatte bereits klargestellt, dass ein Nobelpreis weder übertragen noch geteilt werden kann. Die Medaille ist damit ein rein symbolisches Zeichen. Vergleichbare Medaillen werden im Institut in Oslo ausgestellt und gelten als Teil der Preisgeschichte, nicht als übertragbare Auszeichnung.

Politische Einordnung und Wirkung

Trumps wiederholter Verweis auf den Friedensnobelpreis gehört seit Jahren zu seiner politischen Erzählung. Die Geste Machados liefert neue Bilder, verändert jedoch weder die formalen Regeln noch die offizielle US-Position zur venezolanischen Opposition. Der Vorgang verdeutlicht vielmehr die Spannung zwischen Symbolpolitik, persönlicher Anerkennung und nüchterner Machtanalyse in Washington.

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