Krisenvorsorge in der EU: Bürger sollen Vorräte anlegen

Von Heinz Gerhard Schwind
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Die Europäische Union ruft ihre Bürger dazu auf, sich für mögliche Krisen zu wappnen und ausreichend Vorräte für mindestens 72 Stunden zu lagern. Diese Empfehlung ist Teil einer neuen Strategie zur Verbesserung der Katastrophenvorsorge, die angesichts wachsender geopolitischer und klimatischer Herausforderungen dringend notwendig erscheint.

Europa bereitet sich auf unvorhersehbare Szenarien vor

Die EU steht vor einer Vielzahl an Bedrohungen: politische Spannungen, zunehmende Cyberangriffe, Naturkatastrophen und gesundheitliche Krisen. In der Vergangenheit haben Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie oder die Energiekrise im Zuge des Ukraine-Kriegs gezeigt, wie schnell Versorgungsengpässe entstehen können.

Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und Katastrophenmanagement, erläuterte die Hintergründe der neuen Empfehlung: „Die heutigen Bedrohungen für Europa sind vielschichtig und stehen in direktem Zusammenhang miteinander.“

Besonders die Abhängigkeit von externen Energiequellen und die geopolitische Lage haben verdeutlicht, dass eine stärkere Eigenvorsorge auf Ebene der Mitgliedstaaten und der Bürger notwendig ist.

Notfallpakete für mindestens drei Tage

Lahbib betonte, dass die EU keine Angst schüren wolle, sondern eine realistische Vorsorgestrategie verfolge. Sie empfiehlt jedem Haushalt, einen Grundvorrat an lebenswichtigen Gütern bereitzuhalten. Dazu gehören unter anderem:

  • Lebensmittel und Trinkwasser für drei Tage
  • Taschenlampen mit Batterien
  • Persönliche Dokumente
  • Notwendige Medikamente
  • Ein Kurzwellenradio, um auch bei Stromausfall informiert zu bleiben

Neben den individuellen Vorräten plant die EU, eine strategische Reserve mit Feuerwehr- und Rettungsequipment, medizinischer Ausrüstung und speziellen Schutzmaßnahmen gegen chemische und biologische Gefahren aufzubauen.

Unterschiedliche Vorbereitungsniveaus in der EU

Nicht alle EU-Länder sind auf Krisensituationen gleichermaßen vorbereitet. In Skandinavien sind Notfallpläne bereits seit Langem etabliert. Schweden hat erst kürzlich seine Empfehlungen aus Zeiten des Kalten Krieges aktualisiert, um den Bürgern klare Anweisungen für den Ernstfall zu geben.

Andere Mitgliedstaaten hingegen haben bisher kaum strukturierte Maßnahmen ergriffen. Die EU fordert deshalb eine bessere Koordination, um sicherzustellen, dass kein Land im Krisenfall unvorbereitet bleibt.

„Spontane Reaktionen reichen nicht mehr aus“, so Lahbib. Die Kommission will, dass sich alle Länder aktiv an der Verbesserung der Katastrophenvorsorge beteiligen.

Die Empfehlung der EU zeigt, dass Vorsorge kein reines Regierungsthema ist, sondern auch auf individueller Ebene ernst genommen werden muss. Wer rechtzeitig handelt, kann sich und seine Familie in Krisenzeiten besser schützen.

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